Den Menschen so fern - Skulpturen-Triennale: Nah und Fern

"Eine Männerfreundschaft, die kulturelle Grenzen überwindet, ein existentialistisches Drama, leise, intensiv und bildgewaltig."

1954: Als sich im Tal eine Rebellion zusammenbraut, fliehen zwei komplett gegensätzliche Männer gemeinsam über das algerische Atlasgebirge. Mitten im eiskalten Winter soll der zurückgezogen lebende Lehrer Daru (Viggo Mortensen) den wegen Mordes beschuldigten Bauern Mohamed (Reda Kateb) zu seiner Verurteilung eskortieren. Verfolgt von Reitern und Dorfbewohnern, die Blutrache geschworen haben, schlagen sie sich durch das Gebirge, um gemeinsam für ihre Freiheit zu kämpfen. - Frei nach einer Kurzgeschichte von Albert Camus / OmU -

DAVID OELHOFFEN: „Schon als ich die Kurzgeschichte „Der Gast“ von Camus zum ersten Mal las, stellte ich mir einen Western vor. Einen unkonventionellen Western, der auf der europäischen Geschichte basiert und im nordafrikanischen Gebirge spielt, aber ein Western. Dem Genre gemäß gibt es Kolonialherren und Kolonialisierte, ein Gefangener muss begleitet werden, es entwickelt sich eine Gewaltspirale. DIe Kollision zwischen zwei Gesetzgebungen ist das Herz der Geschichte und der Beziehung der Protagonisten. Wir werden Zeuge, wie zwei Kulturen und Moralvorstellungen durch die Geschichte zur Koexistenz gezwungen werden. Ich habe davon geträumt, dass Viggo Mortensen dabei ist, durch seine Einzigartigkeit ist er perfekt für die Rolle des Daru. Reda Kateb ist sein idealer Widerpart. Die Wüstenlandschaft übernimmt die Rolle eines weiteren Protagonisten. Das nordafrikanische Licht war ein schöner, aber unvorhergesehener Begleiter.“

KiKuBi-Beitrag zur Skulpturen-Triennale 2017

F / 2014 / 102 min / FSK 12 / Regie: David Oelhoffen / mit Viggo Mortensen, Reda Kateb, Jérémie Vigot, Angela Molina
Mi 16.08.2017 / 20:15 h Skulpturen-Triennale: Nah und Fern